Programm / Programm / Kursdetails
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Die "Arabische Welt", so wie wir sie gegenwärtig kennen, befindet sich in Auflösung.
Nationalstaaten zerfallen:
Libyen versinkt im Chaos, Syrien liegt in Trümmern, der Irak zerbricht. Überall dort, wo sich staatliche Strukturen auflösen, wird das Feld für religiöse Extremisten bereitet. Immer noch sind Millionen Menschen auf der Flucht aus Angst vor Krieg und Terror. Und immer mehr wollen ihre Heimatländer verlassen, weil sie dort keine Perspektive mehr sehen.

Islamistische Terroristen haben Europa ins Visier genommen und dem Westen den "Heiligen Krieg" erklärt. Und wir lassen uns auf Diskussionen ein: "Ist der Islam eine friedliche Religion oder nicht?" Eine Diskussion, der wir im Westen nicht gewachsen sind, auch weil die Fragestellung an den eigentlichen Problemen vorbeigeht. Die maßlose Korruption, Heuchelei und der Missbrauch der Religion haben viele Arabische Gesellschaften von innen ausgehöhlt und zerstört. Der sogenannte "Islamische Staat" ist als Reaktion darauf entstanden, auch wenn er militärisch fast besiegt ist. Die Idee und die Ideologie werden weiterleben. Die Unfähigkeit der arabischen Potentaten, ihren Bevölkerungen - speziell der Jugend - Bildung, Ausbildung, eine berufliche Zukunft und mehr demokratische Teilhabe zu ermöglichen, haben nach dem sogenannten "Arabischen Frühling" die explosive Stimmung noch weiter angeheizt. Immer noch werden alle Proteste mit brutaler Gewalt im Keim erstickt. Jede Form der Unterdrückung wird mit dem sogenannten Kampf gegen den Terror begründet.
Der Westen trägt eine große Mitverantwortung an dieser Entwicklung: Die willkürlichen Grenzziehungen der Kolonialzeit, die Unterstützung extremistischer Organisationen wie in Afghanistan und Syrien auch durch Amerika, der US-Einmarsch im Irak, die Waffenlieferungen in Milliardenhöhe an die totalitären Regime haben die Konflikte noch weiter angeheizt. Die Flüchtlingskrise ist nicht vorbei, sie könnte sogar noch größer werden, wenn Schlüsselländer, wie zum Beispiel Ägypten, immer weiter destabilisiert werden. "Das Ende des arabischen Traums" von mehr Freiheit, mehr sozialer Gerechtigkeit wird den Westen vor Herausforderungen stellen, deren Ausmaß noch gar nicht abzuschätzen ist.

Zur Person:
Dietmar Ossenberg war viele Jahre Leiter und Moderator des ZDF-Auslandsjournals. 1994 bis 2001 und 2009 bis 2015 leitete er das Sendestudio des ZDF in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Er gilt als ausgewiesener Fachmann der arabischen Welt.

Karten an der Abendkasse oder im Vorverkauf bei der VHS Löhne,
Kartenreservierung unter Tel.: 05732 100-588


Termin(e)

Di. 12.03.2019, 19:30 - 21:00 Uhr

2 Unterrichtseinheiten / 1 Termin


Entgelt

10,00 € / 5,00 € erm.


Kursort


Dozent/in

Datum Zeit Straße Ort
12.03.2019 19:30 - 21:00 Uhr Alte Bünder Str. 14 VHS, Werretalhalle, EG, Saal 2

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Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist nicht erforderlich.